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Samstag, 23. September 2017
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Lesung

Franzobel
Das Floss der Medusa

„Was bedeutet Moral, was Zivilisation, wenn es um nichts anderes geht als ums bloße Überleben?

18. Juli 1816: Vor der Westküste von Afrika entdeckt der Kapitän der Argus ein etwa zwanzig Meter langes Floß. Was er darauf sieht, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren: hohle Augen, ausgedörrte Lippen, Haare, starr vor Salz, verbrannte Haut voller Wunden und Blasen … Die ausgemergelten, nackten Gestalten sind die letzten 15 von ursprünglich 147 Menschen, die nach dem Untergang der Fregatte Medusa zwei Wochen auf offener See überlebt haben. Da es in den Rettungsbooten zu wenige Plätze gab, wurden sie einfach ausgesetzt. Diese historisch belegte Geschichte bildet die Folie für Franzobels epochalen Roman, der in
den Kern des Menschlichen zielt. Wie hoch ist der Preis des Überlebens?”

Franzobel, geboren 1967 in Vöcklabruck als Franz Stefan Griebl, ist einer der populärsten und polarisierendsten österreichischen Schriftsteller. Er hat über 80 Prosa- und Lyrikbände, Kinderbücher und Theaterstücke geschrieben, die in 23 Sprachen übersetzt wurden und erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter 1995 den Ingeborg-Bachmann-Preis und 2002 den Arthur-Schnitzler-Preis. Zuletzt erschienen die Krimis „Wiener Wunder” und „Groschens Grab” (2015)

Dienstag, 19. September 2017
20.00 Uhr
Vorarlberger Landesbibliothek
Eintritt frei

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Kindertheater

Theater Wagabunt: Der andere Onkel    

Schauspieltheater ab 3 Jahren

Der andere Onkel hat keine Uhr, aber viel Zeit. Die Menschen finden ihn komisch und hetzen von einem Termin zum anderen. Er aber geht lieber im Wald spazieren, genießt die gute Luft, die Geräusche der Bäume und das Singen der Vögel. Er findet Gegenstände die andere vergessen haben, packt sie ein und nimmt sie mit, sammelt Steine, die er bemalt, oder beobachtet Tiere, die er abseits des Weges entdeckt. Heute ist er auf der Suche nach einem Geburtstagsgeschenk für seine Frau. Was ihm dabei passiert und welche Abenteuer er erlebt, teilt er mit den Kindern.

Schauspieltheater ab 3 Jahren

Samstag, 30. September
15.00 Uhr
Spielboden Dornbirn
Eintritt: 7,00 bzw. 6,00 Euro mit Familienpass

   
Veranstaltungen Tipps
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Lesung

Eva Rossmann                        
"Patrioten"

Nationalismus, Terror, Hass –
die Angst geht um in Europa.   

Der Vorsitzende der Patriotisch Sozialen Partei wird ans Kreuz genagelt. Den Nationalisten gibt das noch mehr Aufwind – weit über die Landesgrenzen hinaus. Christliches Abendland gegen Islam. Was sind schon Fakten? Hautnah erleben sie es mit: Frau Klein, die im Zweiten Weltkrieg ein Kind war und jetzt Flüchtlingen hilft. Herr Pribil, der noch immer im Widerstand ist und sich in Frau Klein verliebt. Sina, die aus Syrien kam und nicht weiß, wohin ihr Mann verschwunden ist. Wech, der immer zu kurz kam und nur das Beste für seine Tochter will. David, der große Reportagen schreiben möchte, aber seinen Weg noch nicht gefunden hat.
ES hetzt mit wohlgesetzten Worten in den sozialen Medien. Seine Anhänger sind brutaler. Und Feinde rufen zum Kampf. Kann uns nur mehr ein neuer Führer retten? Freude, schöner
Götterfunken ...

18. Oktober 2017
20.00 Uhr
Bücherei am Dorfbach Hard
Eintritt: Abendkasse und Reservierung 9.- Euro / Vorverkauf 7.- Euro
Kartenvorverkauf: Bücherei und Rathaus Hard

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Lesung und Gespräch

Ilija Trojanow 
Nach der Flucht                              
 

»Es gibt ein Leben nach der Flucht, doch die Flucht wirkt fort, ein Leben lang.«
Ilija Trojanow ist als Kind zusammen mit seiner Familie aus Bulgarien geflohen, eine Erfahrung, die ihn bis heute nicht mehr los lässt. Virtuos, poetisch und klug reflektierend erzählt Ilija Trojanow von seinen eigenen Prägungen als lebenslang Geflüchteter. Von der Einsamkeit, die das Anderssein für den Flüchtling tagtäglich bedeutet. Davon, wie wenig die Vergangenheit des Geflüchteten am Ort seines neuen Daseins zählt. Was das Existieren zwischen zwei Sprachen mit ihm macht. Welche Lügengeschichten man als Geflüchteter den Daheimgebliebenen auftischt. Und dass man vor der Flucht wenigstens wusste, warum man unglücklich war.

Ilija Trojanow erzählt von sich selbst, zugleich ist er eine exemplarische Figur. So gelingt ihm eine behutsame und genaue Topographie des Lebens nach der Flucht, das existentielle Porträt eines Menschenschicksals, das unser 21. Jahrhundert bestimmt.

Ilija Trojanow, geboren 1965 in Sofia, floh mit seiner Familie 1971 über Jugoslawien und Italien nach Deutschland, wo sie politisches Asyl erhielt. 1972 zog die Familie weiter nach Kenia. Unterbrochen von einem vierjährigen Deutschlandaufenthalt lebte Ilija Trojanow bis 1984 in Nairobi. Danach folgte ein Aufenthalt in Paris. Von 1984 bis 1989 studierte Trojanow Rechtswissenschaften und Ethnologie in München. Dort gründete er den Kyrill & Method Verlag und den Marino Verlag. 1998 zog Trojanow nach Mumbai, 2003 nach Kapstadt, heute lebt er, wenn er nicht reist, in Wien. Seine bekannten Romane wie z.B. ›Die Welt ist groß und Rettung lauert überall‹, ›Der Weltensammler‹ und ›Eistau‹ sowie seine Reisereportagen wie ›An den inneren Ufern Indiens‹ sind gefeierte Bestseller und wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Zuletzt erschienen bei S. Fischer sein großer Roman ›Macht und Widerstand‹ und sein Sachbuch-Bestseller ›Meine Olympiade: Ein Amateur, vier Jahre, 80 Disziplinen‹.

Mittwoch, 18. Oktober 2017
20.15 Uhr
Theater am Saumarkt Feldkirch